Im Jahr 2009 erschien von der Metal-Band Nargaroth das Album "Jahreszeiten". Da ich eh vor hatte, mich hier ein wenig zum Musikkritiker aufzuspielen und zu diversen Alben meiner Lieblingsbands meinen Senf abzugeben, fange ich jetzt hier damit an.
Die CD-Ausgabe des Albums beginnt mit einem Prolog, in dem sich René Wagner, genannt Ash, über das Leben und sich selbst monologiert. Er macht dabei ziemlich verwirrende, zum Teil wiedersprüchliche Aussagen. ("Ich hasse die Einsamkeit, und doch sehne ich mich nach ihr, wenn ich mal nicht einsam bin", ja was denn nun?) Dieser Track verzichtet auf eine Melodie oder einen Rhytmus, man hört nur Ashs Stimme. Danach folgt das erste Stück, Der Frühling. Als Ich die Anfangsmelodie zum ersten Mal hörte, hätte es mich fast vom Stuhl gehauen.Ich wollte nicht glauben, was ich da hörte. Dieseer Track ist sowas von bescheuert, so hirnrissig, idiotisch und krank, dass er zum geilsten gehört, was von der ehemaligen Blackmetal-Band Nargaroth je produziert wurde. Die Melodie, die er einem bessarabischen Volkslied entnommen hat, klingt nach Bierzelt, Kindergeburtstag oder schlicht nach Party. Zusammen mit Ashs Gegrunze und Eberors Blastbeats entsteht ein sehr unorthodoxer Track, den ich schlicht genial finde. Die meisten Hörer werden das Lied jedoch nicht mögen, schliesslich ist es "ein Anti-Statement an all die Neo-BM-Kiddies, die vom alten Wesen des Blackmetal keine Ahnung ahben und ihn mit ihren Kurzzeitideologien terrorisieren". Aber ich mag das Stück.
Danach folgt der Sommer. Auch hier werden Grenzen überschritten. Das Intro erinnert mich an guten alten Heavy-Metal, im Hintergrund hört man ganz leicht Vogelgezwitscher. Während dem Stück offenbaren sich immer mehr die technischen Fähigkeiten von Ashs Band. Vor allem das Schlagzeug ist krass. Man hört immer wieder Vorwürfe, dass hier ein Drumcomputer eingesetzt wurde, die auf Youtube jedoch mit einem Video wiederlegt wurden. Dieses Lied soll wohl das Glücksgefühl ausdrücken, das sich während einer längeren Bezihung einstellt, wenn die anfängliche Verliebtheit (Frühling) Immer mehr dem Gefühl der Freundschaft weicht.
Der Herbst wiederum stellt wohl das Ende der Beziehung oder die Zeit kurz davor dar. Das ganze Stück ist sehr melancholisch und traurig, erinnert durch die langsamen Riffs und die eingespielten Klassischen Instrumente schon fast an Gothic-oder Doom-Metal.Das Stück gehört schlicht zum genialsten, was ich je gehört habe, was Ash hier für einen musikalischen Orgasmus abgeliefert hat, ist schlicht unglaublich. Durch die Kombination von tiefem Gegrunze, klassischen Instrumenten und eingespielten Natursamples (man hört öfters Regen, Wolfsgeheul oder den Schrei eines Raben im Hintergrund) entsteht eine absolut depressive, melancholische und Lebensverneinende Stimmung, man kriegt manchmal fast Lust, sich von der nächsten Brücke zu stürzen. Und wenn dann im 2. Teil des Liedes der klare Gesang einsetzt, entsteht zusätzlich zur Melancholie eine Düsternis, in der ich mich wirklich wohlfühle. Das perfekte Lied für kalte, verregnete Herbstabende.
Den Winter schlussendlich finde ich etwas einfallslos. Das Lied erinnert durch langsame Riffs und schnelle Blastbeats an den klassischen norwegischen Blackmetal der ersten Welle Anfang der 90er. Der Blastbeat, der sich durch das ganze Stück zieht, offenbart die Agressivität, den Hass und die Trauer, die während dieser Jahreszeit vorherrschen. Aber in mir löst das Stück nicht besonders viele Gefühle aus.
So, ich bin jetzt fertig mit kritisieren, und jetzt wird wohl irgendein Fazit von mir erwartet. Also: Wie Ash in einem Video-Statement aus dem Jahr 2007 klarstellt, spielt er seit diesem Jahr keinen Blackmetal mehr. Es wird endlich Zeit, dass die Metal-Szene das einsieht. Seien wir ehrlich: Das Album hört sich, abgesehen vom Winter, auch nicht wirklich nach Black Metal an. Vor allem der Frühling kommt mir wie ein regelrechter Befreiungsschlag an. Ich freue mich, dass es endlich neue Töne gibt!
Die Jahreszeiten sind übrigens nicht meteorologisch gemeint, sondern in Bezug auf eine Liebesbeziehung: Im Frühling kommt man zusammen, lernt sich kennen und verliebt sich. Jeder von uns weiss, wie glücklich man am Anfang einer Beziehung ist und wie kindisch man sich in diesem Liebeswahn manchmal aufführt. Im Sommer wiederum ist man glücklich zusammen und beginnt, nicht nur verliebt, sondern auch befreundet zu sein. Im Herbst kommen dann erste Zweifal auf, man beginnt sich zu betrügen, hält es nicht mehr zusammen aus und trennt sich schliesslich, bis im Winter nur noch Hass, Verzweiflung und Agression übrig bleiben. Wenn der Frühling wieder eintritt, geht der ganze Blödsinn wieder von vorne los...
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20.08.10
12.04.09
Eluveitie live im Kiff- mein erstes richtiges Metal-Konzert!!
Die obige Band habe ich am Gründonnerstag in Aarau live gesehen. Am morgen las ich im Kulturteil der aargauer Zeitung, dass sie heute Abend im Aarauer Kiff auftreten würden. Nun, mein Bruder war am Vortag an einem Auftritt von Stress, also dachte ich, ich könnte doch auch an dieses Konzert gehen, denn der Eintrittspreis war ja nur 25.-. Ich zog mir also mein schwarzes T-shirt von EMP an, das Jeannine für mich bestellt hatte. Dieses T-shirt sieht aus, als wäre es es vorne zerrissen, und hinter dem Stoff kommen die Rippen zum Vorschein. Auf diesen Rippen sind ein auf dem Kopf stehendes Pentagramm eingeritzt. Als ich mit diesem T-shirt im Zug nach Aarau sass, sprach mich eine junge, religiöse Frau, was diese Symbole auf diesem T-shirt sollen. Ich erklärte ihr, dass solche Symbole wie auch die Ablehnung von Religion und ein wenig inszenierter Satanismus in der Metaller-szene eine wichtige Rolle spielten, ähnlich wie der Chauvinismus und die inszenierun als "Gangster" in der Hiphopper-szene. So entstand innert kurzer Zeit eine interessante Diskussion über Gott, Religiosität und den Missbrauch von Religion als Rechtfertigung für Inquisition, Frauendiskriminierung, Gewalt und Krieg gegen Andersgläubige. Schade nur, dass der Zug so schnell in Aarau ankam, denn ich hätte dieses Gespräch gerne noch witergeführt.
In Aarau angekommen, schüttete mir eine betrunkene und /oder geisteskranke ihr Bier über den Kopf, ich konnte zum Glück noch ausweichen. bei der Bushltestelle traf ich die ersten Leute, die auch ans Konzert gingen. Sie waren, wie ich, auch schwarz gekleidet, hatten aber viel längere Haare. Etwa um 19:30 kamen wir beim Kiff an, um 8 begann das Konzert. Zuerst spielten 2 Black-oder Death-metal Bands als Vorbands auf, etwa bis 22:00 Uhr. Ich brachte es fertig, von allen 3 Bands (Tibor, Tribes of Cain und Eluveitie) Autogramme zu bekommen.
Diese ersten 2 BAnds waren nicht schlecht, aber mir gefiel ihre Musik nicht so ganz. Das war eigentlich nur reiner Lärm, mit wildem Gekreische und schnellen, chaotischen Trommelwirbeln. Einzig die Gitarren waren wirklich gut, aber nichts im Vergleich zu anderen Bands.Während diesen 2 Acts blieb ich eher im hinteren Bereich des Konzertsaals, denn vorne war es mir 1. Zu laut und 2. Zu chaotisch. In der Pause ging ich nach draussen Luft schnappen, denn drinnen war es durch die vielen Leute nicht nur verdammt heiss, sondern auch stickig, eng und dunkel. Das Kiff ist ziemlich gross, denn es war früher mal ein Fabrikgebäude. Es verfügt unter anderem über einen Konzertsaal, eine Kunstgalerie, 2 Lounges und eine Garderobe. Auch draussen hat es genügend Platz, und bei der Atmosphäre im inneren hat Frischluft sicher etwas gebracht.
Nach der Pause kam der Main-Act, der Auftritt von Eluveitie. ich bat sie, während sie ihre Instrumente aufbauten, um Autogramme-und bekam sie. Allein schon das war den Eintrittspreis wert.
Und die Musik, wie sie weiter oben sehen oder hören konnten, war einfach genial. Mir fallen keine Worte ein, um das zu beschreiben, ich - und alle anderen Anwesenden- waren schlicht und einfach begeistert, das konnte man jedem einzelnen ansehen. Diese Band spielt nicht ienfach die normalen Rockintrumente und singt auf Englisch, nein, die Texte sind u.a. in Altgermanisch, keltisch und gälisch verfasst. Die Instrumente sind E-Gitarre, Bass und Schlagzeug, dazu keltische Instrumente wie eine Drehleier, eine Sackpfeife und diverse Flöten, dazu kommen eine klassische Gitarre und eine Violine. In der Kombination tönen diese Instrumente einfach grossartig, vor allem mit dem Gutturalen Gesang und den Schlgzeugbeats.
Ich war inzwischen in den Vorderen Bereich des Saals veorgedrungen, um die Musik besser zu geniessen und ein bisschen mehr Spass zu haben. Zwischen den Liedern grölteich und 2 andere immer wieder "Inis Mona! Spielt Inis Mona!", den Titel des obigen Liedes. Und dieses Lied war definitiv der Höhepunkt des ganzen Konzerts. Zusammen mit zahlreichen anderen und im Takt zu der Musik begann ich zu headbange. zuerst nur vorsichtig, dann immer mehr.Und gegen Ende des Konzerts hätte es nicht mehr lange gebraucht, bis mein Kopf dann abgefallen wäre. Mein Nacken tut mir jetzt noch weh, aber das war es auf jeden Fall wert!!
Ich weiss definitiv nicht, was an diesem Baned am besten war: Die Musik, Die Stimmung, das Bier, Die Autogramme, Das Lächeln der Violinistin oder schlicht das Gefühl, dazuzugehören. Wahrscheinlch war es die Kombination aus all diesen Dingen, die diesen Abend so unvergesslich machte.
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